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Bilderklau verboten!

Bilderklau im Internet: Feststellen und dokumentieren

Ich denke, jeden, der irgendwann Fotos im Internet veröffentlicht, beschleicht irgendwann das Gefühl, dass ihm oder ihr Bilder „geklaut werden“. So ging es auch mir. Wie groß das Ausmaß dieser „Bild-Diebstähle“ sein kann, wurde mir allerdings erst durch Anitas Blog-Post letztes Jahr klar.

Also begab ich mich auch auf die Suche nach Fotos, die mir von meinem Erst-Blog Reise-Wahnsinn.de geklaut sein könnten. Und ich wurde leider sehr schnell fündig. 🙁

Um unerlaubte Veröffentlichungen der eigenen Fotos zu finden und zu dokumentieren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die rechtliche Situation rund ums Bild habe ich bereits in einem früheren Artikel beleuchtet.

Bild-Verwendungen finden

Google Bildersuche

Für den Anfang oder zur Stichprobe genügt die Google Bildersuche. Hier kann man entweder ein Foto hochladen und Google danach suchen lassen oder eine Bild-URL angeben und Google sucht dann auch nach dem Foto.

Google-Bildersuche

Google-Bildersuche

Als Beispiel hier ein Foto aus der Lobby des Moxy Hotel in Mailand:

Living Room im Moxy Hotel Mailand

Living Room im Moxy Hotel Mailand

In den Suchergebnissen der Google Bildersuche gibt es einen Abschnitt „Seiten mit übereinstimmenden Bildern“ und genau diese Suchergebnisse sind interessant:

Ergebnis der Google Bildersuche

Ergebnis der Google Bildersuche

Mit Ausnahme des ersten Suchergebnisses – es ist ja schließlich mein eigener Blog – handelt es sich hier ausnahmslos um widerrechtliche Bildverwendungen. Also Bild-Diebstähle!

Die Google Bildersuche ist also ein sehr einfaches Instrument, einzelne Bild-Diebstähle aufzufinden. Wenn man allerdings alle Bilder eines Blog-Posts, wie in meinem Beispiel vom Moxy Hotel in Mailand, überprüfen möchte, wird die Sache schon etwas unhandlich. Da ist die Suche über ein Browser-Plugin schon einfacher.

TinEye

TinEye ist eine reine Bilder-Suchmaschine, deren Suchindex nicht so große, wie der von Google ist.

TinEye Reverse Image Search

TinEye Reverse Image Search

Ich gebe wieder die gleiche Bild-URL in den Such-Slot ein und erhalte folgendes Suchergebnis.

TinEye Suchergebnisse

TinEye Suchergebnisse

Nur drei Treffer! Das ist sehr wenig. Interessant ist aber, dass die beiden unteren Treffer bei Google in den Suchergebnissen nicht auftauchen…

TinEye kann zwar die Google Bildersuche nicht ersetzen, aber gut ergänzen. Auch für die Suche mit TinEye gibt es eine Browser-Erweiterung.

Suche mittels Browser-Plugin

Search by Image für Google Chrome

Für den Google Chrome Browser gibt es das Plug-In „Search by Image (by Google)“, das die Suche mit der Google-Bildersuche vereinfacht. Dazu muss die Browser-Erweiterung nur installiert werden und dann kann mit einem Rechtsklick das entsprechende Foto der Google-Bildersuche übergeben werden.

Search by Image im Einsatz

Search by Image im Einsatz

TinEye Reverse Image Search

Von TinEye gibt es ebenfalls eine Browser-Erweiterung für alle gängigen Browser (Firefox, Chrome, Safari, Internet Explorer und Opera), mit dem die Bildersuche auf TinEye vereinfacht werden kann.

Who stole my Pictures? für Firefox

Für den Mozilla Firefox gibt es die Universal-Erweiterung „Who stole my Pictures?“. Dieses Plugin stellt ebenfalls ein Kontext-Menü für die Bildersuche zur Verfügung. Nur kann ich mit diesem Plugin sowohl die Google-Bildersuche nutzen, als auch bei TinEye nach meinen Fotos suchen.

Who stole my pictures?

Who stole my pictures?

Plaghunter

Die manuelle Suche – ob mit oder ohne Browser-Plugin – ist natürlich ein sehr mühseliges Unterfangen. Da sitzt man schon ein paar Stunden, je nachdem wie viele Fotos man schon auf seinem Blog veröffentlicht hat, vor dem Computer und sucht nach möglichen Bild-Diebstählen. Ich kann verstehen, dass nicht jeder die Lust oder Zeit dafür hat. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung. Und eine dieser Lösungen heißt Plaghunter!

Bei Plaghunter lädt man entweder seine zu überwachenden Fotos hoch oder trägt die Bild-URLs ein. Alternativ kann man auch seinen Flickr-, 500px- oder Instagram-Account verknüpfen oder eine Image-Sitemap hinterlegen. Plaghunter durchsucht dann selbständig immer wieder das Netz bzw. die Google Bildersuche nach neuen Such-Treffern für die zu überwachenden Fotos und dokumentiert auch jeden Bild-Diebstahl.

Man kann Plaghunter in verschiedenen Ausbaustufen nutzen:

  • „Free“: bis 5 Fotos, kostenlos
  • „Start“: bis 100 Fotos, 19 Euro pro Monat zzgl. MwSt.
  • „Pro“: bis 1.000 Fotos, 69 Euro pro Monat zzgl. MwSt.
  • „Enterprise“: bis 10.000 Fotos. 199 Euro pro Monat zzgl. MwSt.

Die Preise sind zuzüglich Mehrwertsteuer, da sich das Angebot von Plaghunter an Unternehmer richtet. Was mir besonders gut gefällt: Man kann sich kostenlos und in Ruhe die Funktionalität anschauen und wenn man sich für eines der kostenpflichtigen Pakete entschieden haben sollte auch jederzeit monatlich kündigen.

Bilderklau dokumentieren

Um in einem eventuellen Rechtsstreit, z.B. vor Gericht, die Urheberrechtsverletzung einwandfrei beweisen zu können sind Screenshots unerlässlich. Ich würde jedoch kein Screenshot-Tool verwenden, welches nur den Browser-Inhalt, nicht jedoch die Adresszeile des Browsers mit erfasst. Daher empfiehlt es sich, vom kompletten Browser-Fenster inklusive der Adresszeile und dem fraglichen Foto einen Screenshot anzufertigen. Das geht mit Bordmittel unter Windows mit dem „SnippingTool“ und auf dem Mac mit „Bildschirmfoto“.

Wichtig ist auch, neben der eigentlichen Foto-Verwendung auch einen Screenshot von der Impressums-Seite anzufertigen.

Es ist auch sehr sinnvoll die Screenshots nicht nur selber zu machen, sondern auch einen Freund oder Bekannten zu bitten, diese Screenshots auch anzufertigen. Im Fall der Fälle könnte dieser Freund oder Bekannte vor Gericht die widerrechtliche Verwendung eines Fotos durch seine Screenshots und einer möglichen Aussage bezeugen.

Ich versuche auch grundsätzlich das Foto von der jeweiligen Website auf meine Festplatte zu speichern. Oftmals ist in den Exif-Daten meines gestohlenen Fotos nämlich noch mein Copyright enthalten 😉 Jegliche Ausrede läuft dann ins Leere…

Was kommt danach?

Im nächsten Teil dieser Artikel-Serie werde ich Euch berichten, wie man die entdeckten Bild-Diebstähle bzw. unerlaubten Foto-Nutzungen verfolgt.

Urheberrecht

Bilderklau im Internet: Die Rechtslage

Hinweis vorab: Ich bin kein Jurist oder gar Rechtsanwalt! Der Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann auch Fehler beinhalten. Im Zweifel solltest Du Dich durch einen Rechtsanwalt beraten lassen!

Da mir einige meiner Fotos auf Reise-Wahnsinn.de „geklaut“ wurden und ich von ein paar Leuten auf die Rechtslage angesprochen wurde, habe ich mich bemüht, mein Wissen aufzuschreiben. Glücklicherweise musste ich in meinem Studium eine Vorlesung zum Thema Urheberrecht hören und somit bin ich mit der Materie ein wenig vertraut(er). Dennoch musste ich mich wieder ein wenig in das Thema einarbeiten. Ich beziehe mich hier nur auf die (unerlaubte) Nutzung von Fotos.

Alles, was den urheberrechtlichen Schutz von Fotos angeht, ist in Deutschland im Urheberrechtsgesetz (korrekt: Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte; UrhG) geregelt.

Was ist geschützt?

§ 2 Geschützte Werke

(1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere:

[..]
5.
Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden;
[..]

(2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.

Das heißt, Fotos, die

  • einen geistigen Gehalt,
  • ein persönliches Schaffen,
  • eine für die menschlichen Sinne wahrnehmbare Formgestaltung und
  • einen schöpferischen Eigentümlichkeitsgrad

besitzen, sind durch das Urheberrecht geschützt. Das würde jedoch bedeuten, dass Schnappschüsse und ähnliche ungeplante Aufnahmen nicht geschützt wären. Doch hier greift

§ 72 Lichtbilder

(1) Lichtbilder und Erzeugnisse, die ähnlich wie Lichtbilder hergestellt werden, werden in entsprechender Anwendung der für Lichtbildwerke geltenden Vorschriften des Teils 1 geschützt.
(2) Das Recht nach Absatz 1 steht dem Lichtbildner zu.
(3) Das Recht nach Absatz 1 erlischt fünfzig Jahre nach dem Erscheinen des Lichtbildes oder, wenn seine erste erlaubte öffentliche Wiedergabe früher erfolgt ist, nach dieser, jedoch bereits fünfzig Jahre nach der Herstellung, wenn das Lichtbild innerhalb dieser Frist nicht erschienen oder erlaubterweise öffentlich wiedergegeben worden ist. Die Frist ist nach § 69 zu berechnen.

Schutzdauer

Generell gilt, dass „Lichtbildwerke“ gemäß § 2, Absatz 1, Nummer 5, bis zu siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers geschützt sind. Das ist in

§ 64 

geregelt. Dieser besagt:

Das Urheberrecht erlischt siebzig Jahre nach dem Tode des Urhebers.

Diese 70 Jahre gelten jedoch nur bei Lichtbildwerken! Bei „einfachen“ Lichtbildern, also Schnappschüssen, greift die Schutzdauer aus dem oben zitierten § 72, Absatz 3. Das heißt, dass für Schnappschüsse der urheberrechtliche Schutz nur 50 Jahre bis nach Erst-Veröffentlichung des Fotos bzw. bei Nicht-Veröffentlichung 50 Jahre nach der Entstehung, gewährt wird.

Wer ist Urheber?

Das regelt das Urheberrechtsgesetz in einem einzigen Satz.

§ 7 Urheber

Urheber ist der Schöpfer des Werkes.

Also im Falle von Fotografien der Fotograf, der ein Foto geschaffen hat. Daher ist der Satz „Er hat seine Urheberrechte verkauft“ vollkommener Nonsens! Denn der Urheber bleibt der Urheber eines geschützten Werkes. Der Urheber gewährt Nutzungsrechte an seinem Werk, aber das Urheberrecht verbleibt immer bei ihm bzw. seinen Erben.

Wichtig ist auch die

§ 10 Vermutung der Urheber- oder Rechtsinhaberschaft

(1) Wer auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes oder auf dem Original eines Werkes der bildenden Künste in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet ist, wird bis zum Beweis des Gegenteils als Urheber des Werkes angesehen; dies gilt auch für eine Bezeichnung, die als Deckname oder Künstlerzeichen des Urhebers bekannt ist.

Dieser § 10, Absatz 1 UrhG hat unter anderem strafrechtliche Relevanz (s.u.)

Welche Rechte habe ich als Urheber?

Ich werde nicht das ganze Gesetz nachbeten, sondern die, meines Erachtens, wichtigsten Passagen zitieren:

§ 11

Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.

Der Gesetzgeber sieht also ganz klar vor, dass der Urheber bestimmen kann, was mit seinem Werk geschieht und dass er dafür auch angemessen vergütet werden soll, sofern der Urheber dies möchte.

§ 12 Veröffentlichungsrecht

(1) Der Urheber hat das Recht zu bestimmen, ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist.

Das heißt ganz klar, dass ich als Urheber bestimme, wann und wie mein Werk veröffentlicht wird! Damit ist ebenso klar, dass niemand einfach hergehen kann und – ohne mich zu fragen – ein Foto von meinem Blog kopiert und es in einem anderen Kontext veröffentlichen darf.

§ 13 Anerkennung der Urheberschaft

Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.

Üblicherweise wird ja auch gerne „vergessen“ den Urheber zu nennen. Daher wäre auch ein Quellenhinweis in der Form „Quelle: Internet“ komplett daneben bzw. ungesetzlich, es sei denn, ich hätte als Urheber dem zugestimmt. Was vermutlich kein Fotograf tun würde, außer er möchte anonym bleiben. Aber in diesem Fall könnte er auch auf Nennung eines Pseudonyms bestehen, wie es Satz 2 des zitierten Paragraphen nahe legt.

Ich bestehe immer auf folgendem Hinweis:

Foto: Ingo Busch, www.reise-wahnsinn.de

bzw.

Foto: Ingo Busch, pictourist.de

je nachdem, wo ich das Foto zuerst veröffentlicht habe oder ob eher ich als Reise- oder Foto-Blogger wahrgenommen werden möchte.

Aber wie ich als Urheber meines Fotos genannt werden möchte, bestimme ich!

§ 15

(1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten; das Recht umfaßt insbesondere

1.
das Vervielfältigungsrecht (§ 16),
2.
das Verbreitungsrecht (§ 17),
[..]

(2) Der Urheber hat ferner das ausschließliche Recht, sein Werk in unkörperlicher Form öffentlich wiederzugeben (Recht der öffentlichen Wiedergabe). Das Recht der öffentlichen Wiedergabe umfasst insbesondere

[..]
2.
das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (§ 19a),
[..]

 

§ 16 Vervielfältigungsrecht

(1) Das Vervielfältigungsrecht ist das Recht, Vervielfältigungsstücke des Werkes herzustellen, gleichviel ob vorübergehend oder dauerhaft, in welchem Verfahren und in welcher Zahl.

Das bedeutet, dass ich als Urheber das Recht habe, zu bestimmen, ob z.B. mein Foto gedruckt wird. Egal ob Tageszeitung, Reisekatalog oder Werbung: Es bedarf meiner Zustimmung!

§ 17 Verbreitungsrecht

(1) Das Verbreitungsrecht ist das Recht, das Original oder Vervielfältigungsstücke des Werkes der Öffentlichkeit anzubieten oder in Verkehr zu bringen.

Es ist also klar, dass niemand meine Fotos weiter geben darf. D.h. wenn mein Foto etwa im Rahmen einer Pressemitteilung weiter verteilt wird, ist dies nicht erlaubt, es sei denn, ich habe als Urheber dem (vorab) zugestimmt.

§ 19a Recht der öffentlichen Zugänglichmachung

Das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung ist das Recht, das Werk drahtgebunden oder drahtlos der Öffentlichkeit in einer Weise zugänglich zu machen, dass es Mitgliedern der Öffentlichkeit von Orten und zu Zeiten ihrer Wahl zugänglich ist.

In normales Deutsch übersetzt: Als Urheber bestimme ich ganz allein, ob, wann und wie mein Foto im Internet veröffentlicht wird. Die Tatsache, dass ich meine Fotos auf meinen Blogs veröffentliche bedeutet nicht, dass jeder andere Webseiten-Betreiber sich einfach an meinen Fotos bedienen darf…

Einräumung von Nutzungsrechten

Unter diesem sperrigen Begriff versteht der Gesetzgeber, dass ich als Urheber in vielfältiger Art und Weise Nutzungsrechte gewähren kann. Dies kann ein einfaches, einmaliges Nutzungsrecht sein. Es können aber auch sehr vielfältige Nutzungsrechte vergeben werden. Das ist in der Regel alles nur eine Frage des Geldes (s.a. § 32 Angemessene Vergütung) 😉

Ich möchte jetzt nicht alle Paragraphen einzeln zitieren, jedoch ist alles in den Paragraphen 31 bis 44 geregelt.

Ist die Verletzung meiner Urheberrechte strafbar?

Und ob! Die Strafen können recht hoch ausfallen, auch wenn es in der Praxis vermutlich immer bei Geldstrafen bleiben wird. Auch wird der Staatsanwalt erst dann tätig, wenn ich selber Strafanzeige stelle.

§ 106 Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke

(1) Wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung des Berechtigten ein Werk oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Jeder muss also damit rechnen, dass er strafrechtlich belangt werden kann, wenn er ein Foto von mir nutzt, ohne vorher um Erlaubnis gebeten hat.

§ 107 Unzulässiges Anbringen der Urheberbezeichnung

(1) Wer

1.
auf dem Original eines Werkes der bildenden Künste die Urheberbezeichnung (§ 10 Abs. 1) ohne Einwilligung des Urhebers anbringt oder ein derart bezeichnetes Original verbreitet,
2.
auf einem Vervielfältigungsstück, einer Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes der bildenden Künste die Urheberbezeichnung (§ 10 Abs. 1) auf eine Art anbringt, die dem Vervielfältigungsstück, der Bearbeitung oder Umgestaltung den Anschein eines Originals gibt, oder ein derart bezeichnetes Vervielfältigungsstück, eine solche Bearbeitung oder Umgestaltung verbreitet,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Damit dürfte klar sein, dass wer einen falschen Urheberhinweis anbringt oder gar mein Foto als sein Eigenes ausgibt, kann es mit der Staatsanwaltschaft zu tun bekommen.

Aber wenn bisher nur von Werken mit der nötigen „Schöpfungshöhe“ die Rede war, hat auch die unerlaubte Nutzung meiner Schnappschüsse (juristisch: Lichtbilder) strafrechtliche Konsequenzen, denn diese Verstöße regelt

§ 108 Unerlaubte Eingriffe in verwandte Schutzrechte

(1) Wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung des Berechtigten

[..]
3.
ein Lichtbild (§ 72) oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Lichtbildes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt,
[..]

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Demnach wird der Bilderklau so oder so mit bis zu drei Jahren Knast oder Geldstrafe geahndet. Egal ob „Lichtbildwerk“ oder „Lichtbild“. Kurz gesagt: Jede unerlaubte Foto-Nutzung kann ein Fall für die (Straf-) Justiz sein.

§ 108a Gewerbsmäßige unerlaubte Verwertung

(1) Handelt der Täter in den Fällen der §§ 106 bis 108 gewerbsmäßig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Für jede Firma wird es an der Stelle haarig. Meine Fotos werden / wurden beispielsweise fast ausnahmslos von Firmen „geklaut“. Die Strafe könnte also durchaus schmerzhaft sein!

§ 109 Strafantrag

In den Fällen der §§ 106 bis 108 und des § 108b wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Es dürfte klar sein, dass die Staatsanwaltschaft üblicherweise nur tätig wird, wenn ich bei einer Verletzung meiner Urheberrechte Strafanzeige stelle. Das bedeutet im Gegenzug, dass ich nicht zwingend jede Verletzung zur Anzeige bringen muss.

Von daher tut jeder von mir ertappte „Bilderdieb“ gut daran, meine Abmahnung zu akzeptieren, die Honorarrechnung zu bezahlen und die (strafbewehrte) Unterlassungserklärung zu unterschreiben, die ich ihm schicke.

Fazit

Mit dem deutschen Urheberrecht hat man als Fotograf ein ziemlich scharfes Schwert vom Gesetzgeber in die Hand gedrückt bekommen. Daher sollte man dieses Schwert auch (mit Bedacht) einsetzen, wenn man erfährt, dass sich jemand an den eigenen Bildern, wie in einem Selbstbedienungsladen bedient.

Dennoch ist das Unrechtsbewusstsein leider nicht sehr ausgeprägt. Andernfalls käme es nicht immer wieder zur unerlaubten Nutzung meiner Fotos. Ich bin aber nicht mehr länger gewillt, dies einfach hinzunehmen und verfolge daher die Verletzung meiner Urheberrechte konsequent.

Ich hoffe ich konnte mit diesem Artikel ein wenig Licht ins (juristische) Dunkel des deutschen Urheberrechts bringen. Alle (Voll-) Juristen bitte ich um Entschuldigung, wenn ich an der einen oder anderen Stelle die juristischen Sachverhalte vereinfacht wieder gegeben habe. Dies sollte auch keine juristische Dissertation werden. 😉

Falls sich trotzdem ein kapitaler Schnitzer eingeschlichen haben sollte, bitte ich um freundlichen Hinweis in den Kommentaren!

Heizmanschette im Einsatz

Fotografieren bei Kälte: 7 Tipps, was zu beachten ist

Dieser Tage macht das Fotografieren einen ganz besonderen Reiz aus. Schnee und Eis bringen uns gänzlich andere Motive, die ich als „Flachland-Tiroler“ 😉 nur an ganz wenigen Tagen in meiner Heimat-Region Rheinland vor die Linse bekomme. Aber nicht nur bei den zur Zeit eisigen Temperaturen stellt uns Fotografen die Kälte gelegentlich ein Bein.  Weiterlesen

Regentropfen

Regentropfen

Für diese Fotopirsch brauchte ich nicht mal das Haus verlassen, sondern nur das Fenster öffnen, das Stativ* an und auf der Fensterbank platzieren und die EOS 70D* mit dem Tokina AT-X 80-200mm/1:2.8 auf dem Stativ montieren. Denn: Der Baum mit den fotogenen Regentropfen steht direkt vor dem Fenster 😉

Findet Ihr nicht auch, dass Regen auch manchmal einfach nur schön ist?

Hinweis: Bei den *Links in diesem Artikel handelt es sich um sog. Partnerlinks. D.h. wenn Ihr über diese Links etwas kauft, erhalte ich von Amazon ein paar Cent Provision. An den Preisen ändert sich für Euch nichts. Ich würde niemals Dinge empfehlen, die ich nicht selbst gekauft hätte und von denen ich nicht überzeugt wäre. 

Fahnen vorm Eingang Nord

Photokina 2016 – mein Rückblick

Alle zwei Jahre findet die Photokina in Köln statt. So auch dieses Jahr. Seit der Photokina 1996 habe ich bisher jedes Mal – bis auf ein Jahr, in dem ich die Messe „geschlabbert“ habe – die weltweit größte Messe der Fotografie besucht. Als weltweit größte Messe hat sich die Photokina jedenfalls jahrelang selber bezeichnet. Ob das heute noch der Fall ist, weiß ich nicht. Ich habe da meine berechtigten Zweifel.

Obwohl der Andrang am Samstag, dem ersten der beiden Publikumstage, sehr groß war, war ich doch ein wenig enttäuscht: Früher war das ganze Messegelände in Köln belegt. Heute waren es etwas weniger die Hälfte der Hallen. Und das vermutlich auch nur, weil große Aktionsflächen geschaffen wurden. Sonst hätte die Situation vermutlich noch etwas trauriger ausgesehen. Weiterlesen

Besenheide in der Wahner Heide

Die Besenheide blüht

Eigentlich wollte ich Euch einen wunderbaren Zeitrafferfilm von einem Sonnenuntergang in der Wahner Heide zeigen. Eigentlich. Denn zur Zeit ist es dort wunderschön: Die Besenheide steht nämlich in voller Blüte! Also ein wunderbares Fotomotiv. Und mit dieser Einschätzung bin ich nicht alleine. Es zogen gestern eine ganze Menge Fotografen durch das Naturschutzgebiet rund um den Kölner Flughafen.

Sonnenuntergang in der Wahner Heide

Sonnenuntergang in der Wahner Heide

Es waren aber auch drei Mädels – vom Habitus möglicherweise Modebloggerinnen – unterwegs, die die Natur nur als Staffage für irgendwelche Klamottenfotos nutzten. Und weil die Natur ihnen nicht schön genug als Kulisse war, mussten sie Rauchpatronen im Naturschutzgebiet zünden. Rote und grüne! Im Naturschutzgebiet! Nicht nur, dass mir diese Idee schon abstrus genug erscheint, immerhin – ich erwähnte es bereits – ist die Wahner Heide Naturschutzgebiet (!), nein, die Mädels haben mir damit die komplette Zeitraffer-Sequenz zerstört. Danke für nichts! Ich hockte bereits mit dem Stativ seit 1,5 Stunden dort und wäre auch noch eine Stunde dort geblieben. Aber durch die „tolle“ Aktion der Tussen, kann ich die Sequenz in den Mülleimer werfen, da die Rauchwolken für 5-10 Sekunden durch den fertigen Zeitraffer-Film gewabert wären. Die Weiber soll der Blitz beim Sch***en treffen!

Rauchbombe in der Wahner Heide

Rauchbombe in der Wahner Heide

Immerhin konnte ich trotzdem mit der zweiten Kamera ein paar schöne Fotos von der blühenden Besenheide machen, während die erste Kamera mit dem Intervallometer alle 4 Sekunden auslöste…

Toter Baum am Güldenberg

Der tote Baum vom Güldenberg

In der Nähe des Güldenbergs in der Wahner Heide liegt ein toter Baum. Anscheinend schon länger, denn mittlerweile wächst sogar wieder Gras auf ihm. Ein schönes, knorriges Gebilde, welches aus immer anderen Perspektiven betrachtet werden will.